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Johanna Dahm: Same same, but different

Exhibition  /  13 Nov 2008  -  04 Dec 2008
Published: 10.11.2008
Beatrice Lang galerie
Management:
Beatrice Lang
Johanna Dahm. Ring: Fast Ashanti, 2006. Fine gold 24 ct in its clay-coat. Johanna Dahm
Ring: Fast Ashanti, 2006
Fine gold 24 ct in its clay-coat
© By the author. Read Klimt02.net Copyright.

Intro
As a jewelry designer Johanna Dahm looks for a contact with foreign knowledge, builds bridges between cultures and develops her own artistic work. Traveling brought her to Ashanti in Ghana and Dokra casting in Orissa, India. She learned from the "Cire Perdue" casting technik basis.

Artist list

Johanna Dahm

The Dokra trail to rings / Ein Dokra-Weg der Ringe.

Dokra ist die ostindische Bezeichnung für eine einzigartige "cire perdue"-Gusstechnik, die, soweit bekannt, lediglich in Westafrika und in Ostindien praktiziert wird. Nach einer Lehre beim Goldschmied des Ashanti-Königs 1997 in Ghana hat Johanna Dahm eine zweite Forschungsreise unternommen, um die Technik im "geschlossenen Kreislauf" im indischen Bundesstaat Orissa zu studieren. Beobachtend nahm sie am Alltag zweier Giesser und einer Giesserin teil und lernte die Besonderheiten der Dokra-Technik kennen.

Als Schmuckgestalterin sucht Johanna Dahm den Kontakt mit fremden Expertentum, baut Brücken zwischen den Kulturen und entwickelt so ihre künstlerische Arbeit weiter. Vom "cire perdue"-Verfahren ausgehend, den sie radikal vereinfachte, hat sie mit dem Hohlraum experimentiert. Statt den Umweg über das Wachspositiv zu machen, modelliert sie direkt die Negativform mit dem Lehm. In diesem Prozess, in dem künstlerische Erfahrung wie Zufall eine Rolle spielen, bleiben Oberflächenbeschaffenheit und Form des Schmuckstückes im Hohlraum unsichtbar. Die im "geschlossenen Kreislauf" gegossenen Ringe aus Feingold und -silber kommen erst beim Zerschlagen des Lehmmantels zum Vorschein. Das direkte Giessen in den Tonhohlkörper gibt den Schmuckstücken eine einzigartige Ästhetik, die von der Oberflächenstruktur des Lehms geprägt ist. Diese künstlerische Suche wird von der Ethnologin Susanna Kumschick vorgestellt.

Zum ersten Mal wird die Dokra-Technik aus professioneller Sicht ausführlich beschrieben und dokumentiert. Anschliessend an "Lost and Found. Ein Ashanti-Weg der Ringe“ bietet "same same, but different" zudem eine vergleichende Studie der Techniken in Ghana und Orissa, die auf Erfahrungen aus erster Hand bei den Giessern auf beiden Kontinenten basiert.

Prof. Hans Peter Hahn behandelt in einem wissenschaftlichen Essay die Fragestellung der gegenseitigen Beeinflussung aus der Sicht der Ethnologie und ihrer Entwicklung.


 
Johanna Dahm. Photograph: The clay-shroud come into the oven. Johanna Dahm
Photograph: The clay-shroud come into the oven
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