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David Watkins: Artist in Jewellery

Exhibition  /  27 Nov 2008  -  27 Mar 2009
Published: 18.12.2008
Deutsches Goldschmiedehaus Hanau
Place
Altstädter Markt 6
63450 -  Hanau
GERMANY
Mail:
gfg-hanauE-mailt-online.de
tina.eberweinE-mailt-online.de
Phone:
+49 (0) 6181 2565-54
+49 (0) 6181 2565-56
David Watkins. Pin: Matrix X, 1992. Gold. 16 x 8 cm. David Watkins
Pin: Matrix X, 1992
Gold
16 x 8 cm
© By the author. Read Klimt02.net Copyright.

Intro
Ein retrospektiver Überblick über das faszinierende Werk des englischen Schmuckkünstlers David Watkins.
In den 1960er Jahren zeichnet sich in ganz Europa eine Revolution der Schmuckgestaltung ab: Nicht Gold, Silber und Einkaräter sind gefragt, neue Materialien wie Acryl, Papier, Aluminium verdrängen die edlen Metalle und Steine. Nicht der materielle, sondern der künstlerische Wert eines Schmuckstücks zählt. Zu den Protagonisten der Szene in London gehört David Watkins, der zuerst als Jazzpianist und Bildhauer bekannt wurde, bevor er sich einen Namen in der Schmuckgestaltung machte.

Das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau widmet als erste Station in Deutschland dem ungemein spannenden und vielseitigen Schaffen des Künstlers eine umfassende Retrospektive.Seine eigentliche Hinwendung zum Schmuck erfährt Watkins über seine Studienkollegien und spätere Frau Wendy Ramshaw, die damals aus Kupfer, Messing und Acryl preiswerten, modischen Schmuck kreiert. Beeinflusst von der Op-Art gelingt den beiden 1963 ihr großer Coup mit „Optik Art Jewellery“, den sie dann mit dem „Flat-pack“ Papierschmuck ergänzen.
Mitte der 1960er Jahre fasziniert Watkins die Filmtechnik, der in den britischen Studios von Metro Goldwyn Mayer von Stanley Kubrick produzierte Film „2001 – A Space Odyssey“ beeinflusst ihn nachhaltig und zeichnet sich später auch in seinem Schmuck ab.

David Watkins versteht Schmuck als tragbare Skulptur. Zu Beginn der 1970er Jahre entstehen Broschen und Halsschmuck in Gold mit Farbsteincabochons oder Acryl. Halsschmuck in Metall mit schwarz-weißem Acryl lebt von äußerster Reduktion und Körperbetonung – der Schmuck soll den Körper der Trägerin und nicht die Kleidung ergänzen.
Ab 1980 haben Neopren und Papier absoluten Vorrang. Watkins betont jetzt die Improvisation in Erinnerung an seine Jahre als Jazzmusiker, die „Improvisations“ werden zum „Markenzeichen“ des Künstlers. Es entstehen Serien von spielerischem, räumlichem und topographischem Halsschmuck, den Watkins „Landlines“ nennt.

Watkins wird nicht müde zu experimentieren, Design und Ausführung seines Schmucks entstehen jetzt über den Computer, die Lasertechnik fasziniert ihn. Seine Werkstoffe heißen Colorcore® und vergoldetes Messing. Großer, von technischer Perfektion geprägter Armschmuck erinnert in seiner Farbigkeit an ethnologischen Schmuck. Watkins selbst erwähnt den „Zauber des Primitiven in der maschinellen Ästhetik“.

In den letzten Jahren wird der Künstler wieder mehr zum Goldschmied, Inspirationen durch die Natur setzt er in Gold um. Die zunächst einfachen „Leaf-Pins“ entwickeln sich zu aufwendigen „Wheel-Pins“ weiter. Abstraktion und Mystizismus bestimmen den aktuellen Schmuck des Künstlers: Symbole und Metaphern bieten dem Betrachter spirituelle Botschaften, sie sind mehrdeutig und offen für jegliche Interpretation.
David Watkins. Necklace: Wing-Wave 2, 1983. Neoprene, wood, steel. David Watkins
Necklace: Wing-Wave 2, 1983
Neoprene, wood, steel
© By the author. Read Klimt02.net Copyright.
David Watkins. Neckpiece: Mt. Haagen Hoople, 1981. Neoprene, steel. David Watkins
Neckpiece: Mt. Haagen Hoople, 1981
Neoprene, steel
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David Watkins. Shoulder Piece: Untitled, 1972. Acryl, enamel, gold. David Watkins
Shoulder Piece: Untitled, 1972
Acryl, enamel, gold
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David Watkins. Pin: Encounter 10 (Night Games), 1998. Yellow gold, white gold. ? 12,5 cm. David Watkins
Pin: Encounter 10 (Night Games), 1998
Yellow gold, white gold
? 12,5 cm
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