Back

David Watkins: A Retrospective

Exhibition  /  24 Jul 2009  -  18 Oct 2009
Published: 29.07.2009
Schmuckmuseum Pforzheim
Management:
Isabel Schmidt-Mappes
David Watkins. Necklace: Antennae, 1985. Neophren, wood, steel. Photo by David Watkins. David Watkins
Necklace: Antennae, 1985
Neophren, wood, steel
Photo by David Watkins
© By the author. Read Klimt02.net Copyright.

Intro
Watkins' work shows how his jewelry from miniature to large-scale sculptures, has developed portable objects that interact with the body, while art objects remain. Characteristic is an enormous versatility in terms of techniques and materials. In the early 1970s, Watkins was also a pioneer in the computer as a design tool to be applied.

Artist list

David Watkins
David Watkins ist ein international renommierter britischer Schmuckkünstler, der seit den 1960er Jahren wesentliche Beiträge zur Schmuckkunst geleistet hat. Die Ausstellung präsentiert erstmalig eine Retrospektive auf sein Werk und die faszinierende Karriere, die er als Jazzpianist und Bildhauer begann. Watkins’ Œuvre zeigt, wie sein Schmuck sich von Miniaturskulpturen zu großformatigen, tragbaren Objekten entwickelt hat, die mit dem Körper interagieren und zugleich Kunstobjekt bleiben. 

Vielseitigkeit der Techniken und Materialien 
Charakteristisch für David Watkins ist eine enorme Vielseitigkeit in Bezug auf die Wahl von Techniken und Materialien, die von Papier bis Gold reichen. In den frühen 1970er Jahren war der Schmuckkünstler Pionier darin, den Computer als Designwerkzeug anzuwenden. Nach wie vor erprobt er neue Technologien und kombiniert sie unkonventionell mit klassischen Methoden der Schmuckherstellung: „I use whatever techniques, methods and materials seem most appropriate to realise my ideas at the time. This usually turns out to involve some combination of machine and hand.“ Der Schmuckkünslter bringt Materialien wie Acryl und Neopren, Stahl, Aluminium oder Titan an ihre Grenzen, um die ihnen eigene Kostbarkeit zu zeigen. Seine künstlerische Sprache reicht von strukturiertem, monochromem Minimalismus bis zu dynamisch-improvisierten Kompositionen und abstrakten Symbolen.
„I came to jewellery as an outsider“, sagt Watkins über sich selbst. Denn angefangen hat alles mit dem Jazz – und der spielt bis heute eine entscheidende Rolle bei seiner Arbeit: „The freedom of expression, the combination of underlying structure and improvisational challenge represented by jazz would become ever-present undercurrents in Watkins’ creative strategies”, schreibt Beatriz Chadour-Sampson in ihrem Katalog. Nach dem Studium der Bildhauerei von 1959 bis 1963 hat Watkins die Schmuckkunst in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre für sich entdeckt. So sind im Lauf der Zeit grundlegende Elemente des Jazzmusikers, des Bildhauers und des Schmuckkünstlers miteinander in Einklang gekommen und zu einer außerordentlichen Komposition geworden. 

Unterschiedliche Schaffensperioden
 In den zurückliegenden fast vierzig Jahren hat Watkins viele kreative Phasen durchlaufen. Gemeinsam mit seiner Frau, der Schmuckkünstlerin Wendy Ramshaw, entwickelt er 1963, inspiriert von Op-Art-Künstlern, „Optic Art Jewellery“ aus schwarz-weißem Acryl. Wenig später waren sie mit „Flat-Pack“-Papierschmuck erfolgreich. Dabei erwarben die Käufer vorgestanzte, farbig bedruckte Papierelemente, die sie selbst zu Schmuck zusammenfügten. 

Watkins’ Arbeiten der frühen 1970er Jahre lassen sich mit dem Begriff tragbare Skulptur überschreiben. Sie werden zwischenzeitlich streng monochrom und minimalistisch und entwickeln sich gegen Ende der 70er immer mehr zu einem autonomen Gegenstand mit eigener Aussage am Körper. Beispiel dafür sind die „interlocking bodypieces“ oder „bodycages“.
In der ersten Hälfte der 1980er Jahre werden Farbe und Improvisation zu wichtigen Motiven. Watkins’ Wurzeln im Jazz sind tonangebend und resultieren in Schmuck als Kompositionen aus Form und Farbe, Themen und Wiederholungen, Rhythmen und Synkopen. Sie münden in den späten 80ern in erneutem Experimentieren mit neuen Technologien: von der Drehbank zu computergesteuertem Laserschnitt. Die formalen Konzepte des Künstlers bleiben dabei einfach und geometrisch.

Die Rückkehr zu Gold und Techniken des Goldschmiedens kennzeichnet die 90er Jahre von Watkins’ Schaffen: „Watkins is now more the goldsmith and the magician than the sculptor“, fasst Chadour-Sampson zusammen. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts greift er Themen früherer Arbeiten wieder auf und interpretiert sie neu. Hier sind Abstraktion und Mystizismus bestimmend. Immer wieder kommt der Computer als Werkzeug, kommen Techniken aus der Industrie zum Zuge, nicht zuletzt auch Rapid Prototyping. Diese Techniken führt er oft an ihre Grenzen – jedoch nicht auf der Suche nach der ultimativen Technologie, sondern um die jeder Technologie eigene Stimme in ihrer Eigenart zum Vorschein zu bringen.
David Watkins. Necklace: Hinged loop, 1974. Tinted acrylic, silver. Photo by David Watkins. David Watkins
Necklace: Hinged loop, 1974
Tinted acrylic, silver
Photo by David Watkins
© By the author. Read Klimt02.net Copyright.
David Watkins. Brooch: Ladder Pin, 1979. Sahl, yellow and white gold. Photo by Michael Hallson. David Watkins
Brooch: Ladder Pin, 1979
Sahl, yellow and white gold
Photo by Michael Hallson
© By the author. Read Klimt02.net Copyright.
David Watkins. Bracelet: Slot, 1987. Laminated Colour Core (plastic). Photo by David Watkins. David Watkins
Bracelet: Slot, 1987
Laminated Colour Core (plastic)
Photo by David Watkins
© By the author. Read Klimt02.net Copyright.
David Watkins. Body Piece: Interlocking Bodypiece 2, 1976. Steel. Photo by Michael Hallson. David Watkins
Body Piece: Interlocking Bodypiece 2, 1976
Steel
Photo by Michael Hallson
© By the author. Read Klimt02.net Copyright.
Appreciate APPRECIATE